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  • Writer's pictureManūk Karch

Es geht auch ohne WEGWERFWindeln

Vier Jahre nach meinem ersten Post zu Windelalternativen, hier nun meine hautnahen Insights mit meinen zwei kleinen Kindern (3J & 8M). In den letzten zwei Monaten Elternzeit auf der Ometepe Insel in Nicaragua lebten wir an einem plastikfreien Ort. Bisher hatte unsere Jüngste zumindest nachts eine Wegwerfwindel um. Es hieß also, entweder wir sammeln die Windeln und schmeißen sie im Dorf weg oder wir versuchen auch nachts windelfrei und mit waschbaren Windeln (wie es by the way alle Einheimischen machen). Ich gewöhnte mich also daran sie nachts einmal abzuhalten und morgens war die waschbare Windel zu 80% trocken! 🙃 Komplett windelfrei ist in kühlen Gefilden recht aufwändig und kann nervenraubend sein, aber ein Kind ohne Wegwerfwindeln und Feuchttüchern beim Aufwachsen zu begleiten ist tatsächlich möglich. Und das auch mit zwei kleinen Kindern. 👆🏽Windeln also als als Backup sehen und nicht als Toilettenersatz! Doch warum anders denken und handeln, als wir es bisher kennen? 1. Weil ich es nicht übers Herz bekomme jeden Tag, mit jeder Windel, enorm viel Plastikmüll zu produzieren. Müll der einfach nicht recycelbar ist. JEDE benutzte Wegwerfwindel seit den 70er Jahren liegt noch irgendwo rum. Entweder unter der Erde, in einem armen Land oder auf einer Kippe. 2. Weil ich mit mein Kind kommunizieren möchte und seine Bedürfnisse wirklich sehen mag. Pi/Poo/Pipi/Kacka sind neben dem Hunger und Körperkontakt die ersten Bedürfnisse, die ein Säugling mitteilen kann. Und das vom ersten Tag an. Schnallen wir ihnen ständig Windeln um, verpassen wir die zarten Meldungen und ein wichtiger Kommunikationsstrang geht verloren. Das Gute: er kann jedoch jederzeit wieder aufgenommen werden. 3. Weil ich möchte, dass mein Kind in jeder Entwicklungsstufe ihre/seine Genitalien entdeckt und erspürt, wann immer es Lust dazu hat. Selbst im Sommer spüren Kinder mit Windeln kaum den Wind zwischen den Beinen. Kein Wunder, dass vor allem Frauen „da unten“ wenig spüren und erst wieder ent“decken“ müssen. Von meinen Erfahrungen her nun eine kleine Liste mit Dingen und Einstellungen die hilfreich sind: siehe in Kommentaren 👇🏾

🍼 Sei interessiert am Nahrungs- und Ausscheidungszykluses deines Babys und beachte die Abhalte-Regeln! - Der Großteil der Ausscheidungen meiner Kinder ist berechenbar. Dies erfordert meine Umsicht und meinen Fokus. - Abhalten/ Töpfchen: sofort nach dem Aufstehen, nach dem Stillen/Essen, vor dem Schlafen/Autofahren/Einkaufen, nachts im Bett (da Kinder nur im Halbschlaf urinieren, vorher wälzen sie sich hin und her) 🤲🏽 Schaffe dir ein unterstützendes Umfeld! - Sprich mit deinem Partner, deinen Mitbewohner:innen, den Großeltern und erkläre ihnen was du vor hast. Erbete Unterstützung oder zumindest keinen Widerstand. Es soll kein Kampf werden, sondern Spaß machen und Verbindung bringen. Im Haus meiner Eltern trugen die Kinder immer waschbare Windeln, weil ein Malheur nur zu Streit geführt hätte. Mittlerweile verstehen und akzeptieren sie meine Entscheidungen und halten die Enkel gern ab. 🔮 Vertraue auf deine Intuition! - Die Kommunikation zwischen dir und deinem Baby ist nicht immer verbal. Oft ist es ein Gedanke oder ein Gefühl (Telepathie?) bevor es Pipi machen muss. 😸 Hab Lust am Ausprobieren und Spaß bei der Sache! - Ernsthaftigkeit und Druck bringen weder dich noch dein Baby ins Urvertrauen. 💩 Heile deine Beziehung zu Kot und Urin! - Scham und Ekel vor unseren eigenen Körperflüssigkeiten trennen uns von unserer Natur und behindern die freie Entwicklung unserer Kinder. 🩲Besorg dir ein Set von ungefähr 10-15 waschbaren Windeln (wir nutzen „MIO“) und ein gutes, angenehmes Abhaltetöpfchen 🚿 Habe die Bereitschaft dein Kind unter dem Wasserhahn/Wasserflasche zu waschen (spart 100% Feuchttücher) 🐣 Lade Geduld und Liebe ein! - Es wird oft etwas daneben gehen. Sei lieb zu dir und deinem Baby. Wir lernen erst wieder, was uns durch die Pampers-Industrie abtrainiert wurde. Ich könnte noch ewig weiterschreiben, weil es so viel zu erzählen gibt. Schreib mir gern, falls du Fragen hast. Als Profi teile ich gerne meine Erfahrungen und „es ist NUR Babypee“- Geschichten 😄

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